Sie sind hier: Schadstoffe KMF  
 SCHADSTOFFE
Asbest
Biostoffe
KMF
PAK
PCB
PCP
KMF IN GEBÄUDEN
 

Künstliche Mineralfasern - KMF

Als Mineralwolle werden Dämmstoffe aus Glaswolle und Steinwolle bezeichnet. Mineralwolle ist ein besonders wirksamer, nichtbrennbarer Dämmstoff. Er ist vielseitig einsetzbar vom Keller bis zum Dach, im Neubau und bei der Modernisierung, im Wohnungs- und Gewerbebau und der Isolierung von Industrieanlagen.

Die gesundheitliche und arbeitsschutzrechtliche Bewertung von künstlichen Mineralfasern, zu denen auch Glas- und Steinwollefasern gehören, ist in der Technischen Regel für Gefahrstoffe (TRGS 905) bzw. in der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) geregelt.

Mineralwolle darf heute nur noch verkauft bzw. weitergegeben werden, wenn sie folgende Eigenschaften besitzen (Freizeichnungskriterium):

- frei von Krebsverdacht

Der Kanzerogenitätsindex muss bei Ki >= 40 liegen oder der Nachweis einer ausreichend hohen Biolöslichkeit muss vorliegen (Tierversuch) (seit 1998)

Dies bezieht sich auf die Halbwertszeit der Mineralwolle. Hierbei gilt: je höher die Biolöslichkeit, desto niedriger die Halbwertzeit. Ein Mineralwollefasertyp ist nur dann freigezeichnet, wenn die Halbwertzeit <= 40 Tage beträgt.

Den Nachweis, dass eine Mineralwolle diesen Kriterien genügt erkennt man am einfachsten am RAL-Gütezeichen Mineralwolle.

„Biopersistente Fasern“, darunter fallen Glas- oder Steinwollen, die vor ca. 1995 hergestellt wurden und nicht das RAL-Gütezeichen haben, dürfen nach der GefStoffV nicht in den Verkehr gebracht werden. Solche Matten dürfen also in Deutschland nicht hergestellt oder verkauft werden.


Sanierungen

Sanierungsmaßnahmen an Produkten aus künstlichen Mineralfasern werden nach TRGS 521 durchgeführt.

Die Arbeiten an solchen Produkten werden in drei Schutzstufen unterteilt. Die Schutzstufen sowie die Anforderungen an den Arbeitsschutz können den Tabellen 1 und 2 der TRGS 521 entnommen werden.

Die TRGS 521 unterscheidet folgende Schutzstufen:

Schutzstufe 1 gilt für Tätigkeiten, die erfahrungsgemäß zu keiner oder nur geringerFaser-Exposition führen. Bei den hierunter aufgeführten Arbeiten ist nur eine geringeBelastung durch Faserstäube zu erwarten. Spezielle Schutzmaßnahmen, die über die
allgemeinen Staubminimierungsmaßnahmen und über die in Teil 1 Nummer 4 der TRGS521 beschriebenen Maßnahmen zur Arbeitshygiene hinausgehen, sind nach gegenwätigem Kenntnisstand nicht erforderlich.

Schutzstufe 2 gilt für Tätigkeiten, bei denen aufgrund von Ermittlungen, der Einhaltungder o.g. Schutzmaßnahmen oder der Tätigkeitsdauer (Arbeiten geringen Umfanges) die Einhaltung des Grenzwertes gewährleistet ist.

- Bei diesen Tätigkeiten ist in der Regel kein Atemschutz erforderlich.

Schutzstufe 3 gilt für die Tätigkeiten, bei denen die Einhaltung des Luftgrenzwertes nicht gewährleistet ist. Es gelten die Maßnahmen der GefStoffV und Teil 1 der TRGS 521 in vollem Umfang, solange nichtdurch Ermittlungen nachgewiesen ist, dass der Luftgrenzwert unterschritten wird. Wird der Luftgrenzwert unterschritten, kommt die Schutzstufe 2 zur Anwendung. Bei keiner oder nur geringer
Faser-Exposition ist die Schutzstufe 1 anzuwenden. Für die Schutzstufe 3 sind keine Tätigkeiten aufgelistet. Sie ist anzuwenden für Tätigkeiten, die in den Tabellen 1 und 2 nicht genannt oder wenn die Einschränkungen für die Anwendung der Schutzstufe 2
nicht eingehalten sind (Nichteinhaltung der Randbedingungen oder des Arbeitsumfangs).

Welche Maßnahmen im einzelnen gelten, ist Tabelle 2 zu entnehmen.

Finden Sie viele nützliche Informationen auf den Seiten der BAUA oder bei JURIS.

Druckbare Version